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sonnenanbeter: "Solarthermie Erfahrungswerte Speicherverluste"
Hallo,
ich habe eine Solarthermische Anlage mit Heizungsunterstützung installieren lassen und frage mal nach ein paar Erfahrungswerten an.
Als Schichtenspeicher habe ich 750l. Auf dem Dach sind ca 12m2 Flachkolletoren bei ca 35 Grad Dachneigung mit Ausrichtung leicht Südwest.

Nachts fällt die Temperatur im Speicher im oberen Bereich immer wieder um ca 5 Grad und im unteren Bereich um ca 10 Grad ab. Wenn ich das auf den Tag (24h) beziehe müßte ich die Werte mal drei nehmen und habe damit m.E. ziemliche Temperaturverluste wenn ich mal ein paar "Regentage" überbrücken muss. Gibt es da Erfahrungswerte? Wie stark (darf) die Temperatur pro Tag abfallen?
Wenn ich meine Werte hochrechne, ist der Speicher ja im Herbst, wenn er bei niedrigen Temperaturen gefahren wird nach 2-3 Tagen leer, ohne das Energie entnommen wurde. Das wäre dann keine wirkliche Speicherung.

Der Ladevorgang dauerte relativ lange. Obwohl vom Dach in den Mittagsstunden mehr als 90 Grad kommen, dümpelte der Speicher einige Tage zwischen 60 und 70 Grad rum.
Das kann auch mit den nächtlichen Verlusten zusammenhängen? Oder am Wärmetauscher Solar - Speicher. Oder ist das normal?

Gruß
Sonnenanbeter


megawatt: "Solarthermie Erfahrungswerte Speicherverluste"
Hallo,

hast du da mal deinen Solarinstallateur gefragt? Klingt auf jedenfall nicht ganz normal.


420: "Solarthermie Erfahrungswerte Speicherverluste"
Wie ist denn Dein Speicher isoliert? Standard? Ist der Speicher auch von unten isoliert? Sind die Leitungen isoliert? Hast Du eine Zirkulationsleitung die ständig läuft und wie ist die Isoliert? Wie stark ist die Isolierung? Hast Du ggf. ein Hydraulische Bremse installiert? Ist der Keller mollig warm?

Das sind so vorab meine Gedanken, wenn ich den Speicherverlust sehe.

Hinsichtlich Dauer der Beladung des Speichers: Hast Du einen WMZ eingebaut?

Viele Grüße


sonnenanbeter: "Solarthermie Erfahrungswerte Speicherverluste"
Hallo,
erstmal vielen Dank für die Reaktionen.
Das Gespräch mit dem Installateur steht noch aus, deshalb wollte ich ein paar Erfahrungswerte wissen, damit man etwas kompetenter auftreten kann.

Die Zirkulationspumpe läuft nicht, habe ich extra ausgemacht, um das Temperaturverhalten zu beobachten.
Die Anschlüsse sind isoliert, aber etwas lieblos, das könnte man sicherlich besser machen.
Die Isolierung ist ca 10 cm dick, oben habe ich aber den Eindruck, das es etwas verloren geht.
Unten ist m.E. ein Knackpunkt, denn da gibt es zwar eine Isolierung, aber auch Kältebrücken über die Aufstandsflächen zwischen Stahlkessel und Betonfußboden.

Interessant ist auch, das es eine Zirkulation zwischen Pufferspeicher und Heizungskessel auch bei ausgeschalteter Pumpe gibt, habe ich aber auch ersteinmal durch zudrehen der Hähne unterbrochen. Dadurch ist es etwas besser geworden.
Eine Lösung ist das Zudrehen der Hähne natürlich nicht.

Also Ansatzpunkte habe ich ein paar, es geht mir darum dem Installateur irgendwie klar zu machen, das die Verluste nicht nur m.E. sondern real, bzw. im Vergleich zu groß sind.
Dazu bräuchte ich ein paar Erfahrungwerte, also so ein Speicher darf sich bei x Grad Außentemperatur in einer Woche nur um 5 Grad abkühlen????
Wie das mit dem Installateur dann ausgehen soll ist mir auch noch nicht ganz klar.

Was ist eine hydraulische Bremse?

Habe vor allem etwas bedenken vor der Übergangszeit, wenn man noch nicht wirklich heizt, im , aber warmes Trinkwasser durch zuheizen durch den Ölkessel erzeugt und im Keller dann nicht mehr 20 Grad, sondern nur noch 12 Grad sind. Dann muss der Ölkessel den oberen Pufferspeicher morgens aufheizen (ca 500-600 Liter) und ob man dann duscht oder nicht, die 600 Liter im oberen Speicherbereicht sind am nächsten Tag wieder auf Ausgangsposition. Ohne Solarpufferspeicher habe ich jeden Tag nur tgl. 100 Liter Trinkwasser aufgeheizt, das hat auch gereicht.
Dann würde ich jetzt mehr Öl verbrauchen als früher. Ups.

Natürlich habe ich die Verluste auch während der richtigen Heizperiode, jedoch wird dann der Ölkessel sowieso mehrmals tgl. anspringen.

Einen WMZ habe ich nicht.
Der relativ langsamme Ladevorgang kann auch durch die Verluste begründet sein, gegen die die Solareinspeisung ja "ankämpfen muss". Oder das ist noch eine zweite Baustelle.

Viele Grüße


420: "Solarthermie Erfahrungswerte Speicherverluste"
Entschuldigung Hydraulische Bremse, mein Fehler, da mein Sprachgebrauch. Ich meinte eine Möglichkeit die Mikrozirkulation zu verhindern. Dies geschieht z.B. mittels TERMOBAC DB 40 oder per Thermosyphon.

In den Rohren und auch im Puffer können immer wieder Mikrozirkulationen eintreten. In den Rohren kann man das bei der Planung mit berücksichtigen. Entweder per Rückflussverhinderer oder auch per Thermosyphon.

Bild: -->Link

Dabei, so habe ich irgendwo gelesen, sollte das Rohr nach unten 3 Rohrduchmesser betragen.

Bei der Pufferisolierung würde ich auf jeden Fall nachhelfen. Man kann auch einfach einen Kasten aus Holz um den Puffer bauen und dann mit Styroporkugeln oder gehäckseltem Styropor auffüllen. Und Oben ist eine gute Isolierung auch Pflicht. 10 cm sind Standard, aber oft nicht ausreichend - meine Meinung.

Bei Deinen Rohren. Fühlst Du die Wärme durch die Isolierung? Wenn ja, solltest Du ein wenig mehr isolieren. Wie sind die Schellen, mit denen die Rohre an die Wand befestigt werden? Sehr warm oder auch richtig mit isoliert?

Weiterhin besteht auch die Möglichkeit, dass die Solaranlage, die Du erwähnt hast, Wärme aus dem Puffer zieht. Da wäre auch noch ein Ansatzpunkt.

Deshalb würde ich einmal wie folgt vorgehen:

1. Abend:
Abends alle Hähne schließen, Solaranlage deaktivieren und alles auf Tod legen. Temperatur ablesen. Am Morgen dann wieder Temperatur ablesen. Danach weiß ich, ob es am Puffer liegt.

2. Abend:
alles schließen und nur noch die Solaranlage belassen. Wieder Temperatur vorher und nacher ablesen. Danach weißt Du, ob die Solaranlage die Temperatur nachts aus dem Puffer zieht.

und dann mal am Tag dieselbe Prozedur machen. Natürlich sollte man in dieser Zeit, da ja alles dicht ist, kein WW-Beziehen und/oder heizen :D

Und hier habe ich einfach mal ein paar Links zum Lesen:

1. --> Link
2. --> Link
3. --> Link
4. --> Link

Grüße


sonnenanbeter: "Solarthermie Erfahrungswerte Speicherverluste"
Hallo,
vielen Dank nochmal für die ausführlichen Infos. Habe inzwischen auch einiges bezüglich Kältebrücken ausprobiert und noch mal Rücksprache mit Installateur gehabt.
Also die Kollektoren ziehen keine Wärme, zum Heizkreis hat der Installateur noch eine Schwerkraftbremse eingebaut. Nach seiner Ansicht sollte man die Stutzen und Leitungen noch mehr, besser isolieren, dann wäre alles im grünen Bereich... So ein Speicher kühlt sich nun auch mal ab. Kamen teilweise ganz schön fadenscheinige Argumente.
Ich werde auch oben noch die Isolierung verstärken. Mehr kann ich dann eigentlich nicht machen.
Ansonsten muss ich mit dem Zustand wohl leben, werde das weiter beobachten. Im Moment waren ja immer sonnenreiche Tage, an denen ständig nachgeheizt wurde, interessant wird es wenn mal ein paar Tage nicht nachgeheitzt werden kann, bzw. wenn dann in der Übergangszeit das Trinkwasser mit Öl erwärmt wird. Doch bis dahin muss ich alles beim Installateur bezahlt haben und damit ist es dann ganz alleine mein Problem...

Ich hätte nicht gedacht, das die Speicher so ein Problem sind, ich dachte immer die Kollektoren wären der Schwachpunkt.

Gruß


420: "Solarthermie Erfahrungswerte Speicherverluste"
Hallo sonnenanbeter,

eine Schwerkraftbremse ist mit Sicherheit nicht so ganz verkehrt. Es gibt sehr häufig eine Mikrozirkulation und die entzieht dem Puffer doch recht viel Wärme.

Viele Grüße


HJK: "Solarthermie Erfahrungswerte Speicherverluste"
Dann schau mal hier: -->Link

Speicherverlust über Nacht weniger als 1°C


Gruß

hjk


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