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juttari: "WEPF Edelstahlwellrohr für Solaranlage nicht empfehlenswert"
Die Firma WEPF Schlauch Rohr Technik hat sich laut eigener Website durch „flexible Schlauchleitungen (….) einen hervorragenden Ruf erworben.“ Das können wir nicht bestätigen.

Ein solcher Edelstahlwellrohrschlauch wurde in unserem dreistöckigen Haus verwendet. Da wir das Haus über mehrere Jahre sanierten, wurden zuerst die Wohnungen renoviert, ein Schacht aber bis auf das Dach hochgezogen, da wir für einen späteren Zeitpunkt eine Solaranlage planten. Der Edelstahlwellrohrschlauch wurde bereits geliefert, isoliert und in den Schacht eingezogen, um später das Glykol zwischen den Kollektoren auf dem Dach und wieder zurück in den Speicher im Keller zu transportieren.

Als einige Jahre später die Solaranlage montiert und das Glykol hochgepumpt wurde, erlebten wir eine böse Überraschung: der Edelstahlwellrohrschlauch hatte inzwischen kleine Löcher, aus denen das Glykol über Nacht wieder austrat und unter der Isolierung nach unten lief. Im Keller ergoß es sich über Armaturen, Heizungsinstallationen, Werkzeug etc. und bildete diverse Pfützen.

Eine Untersuchung der Qualitätssicherung der Firma WEPF ergab, daß die Löcher durch Rost entstanden sind. Wie ein in einem Schacht verlegter, isolierter Edelstahl-Wellrohrschlauch rosten kann, bleibt allen ein Rätsel. Um einen Materialfehler würde es sich lt. WEPF GmbH nicht handeln.

Konsequent verweist die Firma WEPF auf die Garantie von 2 Jahren, die abgelaufen war. Danach hat der Kunde ohnehin überhaupt keinen Anspruch mehr, eine Kulanzregelung wird ebenfalls abgelehnt.

Das heißt: Wir haben eine Solaranlage installieren lassen, die über 18.000 Euro gekostet hat. Bei einer solchen Investition gehen zumindest wir von einer Nutzungsdauer von über 2 Jahren aus. Wenn eine Funktionsfähigkeit des Wellrohrschlauches nach nur 2 Jahren allein auf Glück beruht, ist dieses Produkt für die Verwendung in einer Solaranlage unserer Ansicht nach nicht geeignet.

Allein die Kosten für Schlauch, Isolierung, Montage beliefen sich auf rund 900 Euro, die folglich völlig umsonst von uns investiert wurden.

Es wurde dann ein Kupferrohr an der Außenwand verlegt, um die Funktionsfähigkeit der Anlage herzustellen.

Anders ausgedrückt: Wenn Sie erwägen, ein Edelstahlwellrohr der Firma WEPF in Ehingen zu erwerben, ist dieses nur für Installationen geeignet, die eine Nutzungsdauer von einem Zeitraum von 2 Jahren nicht überschreiten.


Landei05: "WEPF Edelstahlwellrohr für Solaranlage nicht empfehlenswert"
Hallo juttari.

als Werkstofftechniker kann ich Dir folgendes dazu sagen.

Es gibt verschiedene Edelstähle mit unterschiedlichsten Eigenschaften und vor allem unterschiedlichsten Korrosionsbeständigkeiten.
Je nachdem, was der Hersteller für einen Werkstoff verwendet hat, sind hier Unterschiede festzustellen.

Ein entscheidendes Problem bei Edelstahl ist jedoch, dass es in Verbindung mit nicht rostfreien Stahlsorten zur Korrosion neigen. Dazu reichen bereits kleinste Partikel eines nicht rostfreien Stahl auf der Oberfläche aus und wenn dannetwas feuchtigkeit und ausreichend Sauerstoff, wie er normalerweise in der Luft vorkommt, dazu kommen, dann ist in dem von Dir genannten Zeitraum und bei den überlicherweise verwendeten Materialstärken mit "Durchrostungen" oder besser gesagt "Lochfraß" zu rechnen.

Wo kommen nun jedoch diese bösen Partikel her??

Eine der einfachen und auch logischsten Erklärungen wären Anhaftungen durch Funkenflug beim flexen. Wenn irgendjemand in der nähe der noch nicht isolierten Leitung einen Träger, Moniereisen oder auch nur eine normale Graube durchgeflext hat und die dabei entstehenden Funken auf das Wellrohr geflogen sind, dann kann dies schon die Ursache sein.

Eine andere Erklärung sind verunreinigte Werkzeuge beim Hersteller.
Normalerweise gibt es für jede Werkstoffgruppe, also rostfreien Stahl, Baustahl... usw einen separaten Werkzeugsatz, da so die Übertragung der Ferrite (die bösen Partikelchen) auf den empfindlichen rostfreien Stahl vermieden werden. Das ist aber für einen Anwender ohne professionelle Unterstützung nur sehr schwer nachzuweisen.

Sollte es dennoch mal vorkommen, dass diese Ferrite irgendwie drauf kommen, dann kann man den Stahl noch mit einer speziellen Beizpaste nachbeizen, jedoch hilft dies nur, wenn noch kein Loch drin ist.

Als Versuchsaufbau zum Verständnis empfehle ich folgendes. Ein altes hochwertiges Messer aus 18.10 Stahl, welches man normalerweise im Besteckkasten findet und nicht mehr verwenden möchte, ein einfachen Nagel, ein Schüsselchen mit einer Salzlauge und dann Nagel Messer so in das Schüsselchen packen, dass sich die Stahlteile berühren. Das ganze bei Seite stellen und ab und an mal bewegen und Luft ran lassen. Nach spätestens 1-2 Tagen sollten schon erste Rostflecken auf dem guten Messer zu sehen sein.
Oder vielleicht auch schon mal gesehen, dass ein gutes Messer frisch aus dem Geschirrspüler kommt und wenn dieses beim Spülen Kontakt mit einem einfachen Küchenmesser hatte, dann ist da auch Rost festzustellen.

Du siehst also, dass Rostfrei nicht uneingeschränkt Rostfrei ist.

Je nachdem, wie die Firma WEPF argumentiert und welchen Werkstoff man nachweislich über ein Werkszeugnis verwendet hat, könnte man entsprechend ein weiteres Gespräch führen. Aber ich denke mal, dass wird dann ein harter Weg, denn wer kann nachweisen, dass die Variante "flexen auf der Baustelle" nicht passiert ist.

Trotz des Ärgernisses und des Aufwandes ein schönes Wochenende.

Sonnige Grüße

Jens


Landei05: "WEPF Edelstahlwellrohr für Solaranlage nicht empfehlenswert"
Noch ein kurzes "EDIT" zum vorherigen Post:

Hab nochmal auf der Seite des Unternehmens nachgesehen. Der dort angegebene Werkstoff 1.4571 ist eigentlich schon ein recht hochwertiger Stahl, der den gestellten Anforderungen locker genügen sollte und auch ein gutes Preis-Leistungsverhältnis aufweist.

Besser geht natürlich immer, aber beim Stahl gilt mehr als bei anderen Produkten: je besser, desto teurer


Landei05: "WEPF Edelstahlwellrohr für Solaranlage nicht empfehlenswert"
Noch ein kurzes "EDIT" zum vorherigen Post:

Hab nochmal auf der Seite des Unternehmens nachgesehen. Der dort angegebene Werkstoff 1.4571 ist eigentlich schon ein recht hochwertiger Stahl, der den gestellten Anforderungen locker genügen sollte und auch ein gutes Preis-Leistungsverhältnis aufweist.

Besser geht natürlich immer, aber beim Stahl gilt mehr als bei anderen Produkten: je besser, desto teurer


Landei05: "WEPF Edelstahlwellrohr für Solaranlage nicht empfehlenswert"
Noch ein kurzes "EDIT" zum vorherigen Post:

Hab nochmal auf der Seite des Unternehmens nachgesehen. Der dort angegebene Werkstoff 1.4571 ist eigentlich schon ein recht hochwertiger Stahl, der den gestellten Anforderungen locker genügen sollte und auch ein gutes Preis-Leistungsverhältnis aufweist.

Besser geht natürlich immer, aber beim Stahl gilt mehr als bei anderen Produkten: je besser, desto teurer


Landei05: "WEPF Edelstahlwellrohr für Solaranlage nicht empfehlenswert"
Noch ein kurzes "EDIT" zum vorherigen Post:

Hab nochmal auf der Seite des Unternehmens nachgesehen. Der dort angegebene Werkstoff 1.4571 ist eigentlich schon ein recht hochwertiger Stahl, der den gestellten Anforderungen locker genügen sollte und auch ein gutes Preis-Leistungsverhältnis aufweist.

Besser geht natürlich immer, aber beim Stahl gilt mehr als bei anderen Produkten: je besser, desto teurer


juttari: "WEPF Edelstahlwellrohr für Solaranlage nicht empfehlenswert"
Hallo Jens,

ganz herzlichen Dank für Ihre ausführliche Erklärung.

Wir haben auf der Baustelle nicht geflext- soviel ich weiß-, da das Rohr bereits zugeschnitten war und die Anschlüsse an beiden Enden angebracht waren.

Wahrscheinlich wurde eher beim Hersteller nicht sauber gearbeitet, der übrigens in der Türkei sitzt.

Danke nochmals und auch ein schönes Wochenende
juttari


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